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Kleiner RPG-Guide

Hier kommt alles rein was woanders nicht rein passt und über das ihr labern wollt.

Moderator: Helferlein

Kleiner RPG-Guide

Beitragvon The L4W » 01.07.2009, 00:42

Hallo Leute.

Vermehrt gibt es in letzter Zeit RPG's im Forum und vermehrt lese ich sie nicht, aus diversen Gründen.

Deshalb möchte ich hier einen kleinen Guide für RPG's schreiben, nicht, weil ich alles besser kann, sondern weil ich euch helfen möchte, eure RPG's interessant und spannend und vor allem leserlich zu gestalten.

Fangen wir also an beim Handwerklichen.

Handwerkszeug:

Rechtschreibung und Grammatik:
Das A und O in einem RPG. Häufen sich die Rechtschreibfehler, verliert man leicht die Lust am lesen. Am besten ist es, das RPG zunächst in Word oder ähnlichen Programmen zu schreiben und es dann erst in den Thread zu kopieren. Zwischendurch natürlich eine Rechtschreibprüfung drüberjagen und zwischendurch die Autokorrektur "korrigieren". Bei schwierigem Satzbau ist es manchmal besser, aus einem langen Satz 2 oder 3 zu machen. Unter Rechtschreibung fällt auch Groß- und Kleinschreibung. Im Chat mag das nicht so wichtig sein, bei längeren Texten ist sie aber unabdingbar.

Satzzeichen:
Ganz wichtig. Ohne Satzzeichen wird das RPG unleserlich und der Leser wird abgeschreckt. Auch fehlende Anführungszeichen sind ein Grauen.

Darstellung:
Wörtliche Rede: Wörtliche Rede wird in Anführungszeichen gesetzt. Ideal ist es, wenn die Wörtliche Rede am Anfang eines neuen Absatzes steht und der Sprecher dann genannt wird.
Beispiel:
"Es wird kalt", sagte Markus.

Wechselt der Sprecher, wird die nächste Wörtliche Rede in den nächsten Absatz geschrieben, ansonsten wird die Wörtliche Rede im gleichen Absatz weitergeführt.
Beispiele:
"Es wird kalt", sagte Markus. "Morgen wird es sicher noch schlimmer."
"Aber für Mittwoch wurde Sonne angesagt", antwortete Michael.

In Dialogen müssen nicht immer Verben wie "fragen", "sagen", "antworten" etc verwendet werden, es sollten einmal beide Protagonisten genannt werden, dann können entsprechende Sätze entfallen.
Beispiel:
"Es wird kalt", sagte Markus. "Morgen wird es sicher noch schlimmer."
"Aber für Mittwoch wurde Sonne angesagt", antwortete Michael.
"Ja, dafür Donnerstag Hagelkörner in Golfballgröße."
"Solang es am Wochenende schön ist, ist mir das egal."

Wenn einem die beschreibenden Verben ("knurren", "zischen", "schreien" etc) ausgehen, man aber den Sprecher identifizieren möchte, lässt man ihn Scheintätigkeiten ausführen.
Beispiel:
"Haltet die Klappe, ihr beiden Faulenzer." Bruno kaute an einem Fingernagel.


Gedanken:
Für Gedanken gilt im Grunde das Gleiche wie für Wörtliche Rede. Gedanken werden im Allgemeinen kursiv geschrieben, um sie von Wörtlicher Rede zu differenzieren.
Beispiel:
Ach, leck mich doch an den Füßen, dachte Markus. Ich bin hier bald weg, dann hast du eh nichts mehr zu sagen.


Betonungen:
Betonungen finden meist in Wörtlicher rede statt. Verwendet werden können Fettschreibung, Kursivschrift und Capslock.
Beispiel:
"HALT DIE FRESSE! Ich bin hier der ranghöchste Offizier, nicht du!"
"Wag es, dich mir in den Weg zu stellen, das wird dir schlecht bekommen!"


Erscheinungsbild:
Den ganzen Text mit Bildern aufzulockern:
-Gute Idee. Lockert den Text etwas auf, ermuntert zum weiterlesen und wirkt einfach cool.
Den ganzen Text zu quoten:
-Schlechte Idee. Wie klein wollt ihr die Schrift im Forum denn noch haben? Für viele Leute ein Grauen. Und die Schrift im Browser größer zu stellen, weil jemand die Quote-Funktion missbraucht: Nicht gut.
Farben:
-Manchmal können Farben ok sein. Oft sind sie aber störend. Wenn sich ein User ein helles Foren-Skin gewählt hat, sind helle Schriftfarben ungeeignet, ähnlich bei dunklen Farben. Selbst kräftiges rot und blau kann für den ein- oder anderen User ein Dorn im Auge sein, in der Regel empfiehlt es sich, ganz auf andere Schriftfarben zu verzichten als die "Standard"-Farbe.
Schriftgößen:
Bleibt bei "Normal", außer bei Überschriften. Jeder User hat sich seinen Browser eingestellt, dass er "Normal" optimal erkennen kann. Also experimentiert nicht mit anderen Formaten, außer ihr wollt euch die Leser zum Feind machen.

Absätze:
Gehört an sich zum Erscheinungsbild, allerdings ist hier so viel Erklärungsbedarf, dass ich dem einen eigenen Absatz widme. ;)
Absätze sollten zur Übersicht gemacht werden, das ist klar. Aber wie macht man das richtig?
Ich bin mir auch nicht immer sicher, mache vielleicht zu viele Absätze, aber in der Regel sind mehr Absätze einfach besser. Allerdings sollten dadurch keine Zusammenhänge auseinander gerissen werden. Generell empfiehlt sich, einen Absatz einzufügen, wenn etwas Neues passiert, wenn die handelnde Person wechselt oder die Perspektive. Denkt dabei vielleicht ein wenig an die Schnitte beim Film. Szenenwechsel solltet ihr mit zwei Absätzen kennzeichnen.
Beispiele:
"Wir sollten noch etwas über diese Sache nachdenken", knurrte Law. Seine Kollegen stimmten ihm alle mit leichten Kopfnicken zu.
Die Tür öffnete sich, und eine Bedienstete kam mit einer Nachricht herein, die sie Klopfer überreichte. Dieser nahm sie entgegen, überflog kurz den Inhalt und sprang dann mit wutverzerrtem Gesicht auf.
"Nein! Lasst uns die Hunde kalt machen! Sie haben uns angegriffen!" brüllte er in den Konferenzraum und schmetterte seine Faust auf den Marmortisch.

Keine zwei Stunden später war von den feindlichen Flotten nur noch Sternenstaub übrig geblieben.


Zeitformen:
Bleibt IMMER bei EINER Zeitform und haltet sie kontinuierlich durch. Am empfehlenswertesten ist die Vergangenheitsform, hier habt ihr die meisten zur Verfügung stehenden Verben, da ihr unterschiedliche Möglichkeiten habt, die Form darzustellen. In der Gegenwartsform reduzieren sich die Möglichkeiten, den Text unterhaltsam zu gestalten, ohne dass es komisch wirkt.

Inhalt:

Einleitung:
Mal ganz im Ernst, das hundertste RPG, dass mit "Captain xyz stand auf der Brücke der Abc und bereitete sich auf das Gefecht vor" beginnt, vergellt einem schon die Lust am weiterlesen. Macht es spannend, muntert den Leser zum weiterlesen auf, indem ihr ihm etwas Neues präsentiert. Ein RPG, dass mit dem Satz "Die Katze kotzte ihr Mittagessen wieder aus" anfängt, würde ich eher lesen, als das von Captain xyz.

Charaktere:
Führt Charaktere mit Fehlern und Schwächen ein. Man liest natürlich auch gerne über übernatürlich erscheinende Charaktere, die alles zu können scheinen, aber NUR solche Leute sind langweilig wie sonstwas. Vor allem Venad-Kommandanten, die ja den Spieler symbolisieren, sollten halbwegs menschlich sein. Ein Venad-Kommandant, der übernatürlich wirkt, hinterlässt beim Leser den Beigeschmack der Arroganz des Schreibers. Ebenso übernatürlich wirkende Captains und Agenten, die ebenfalls als Gegenspieler angesehen werden und somit einen schalen Beigeschmack hinterlassen, wenn sie ZU gut sind.

Perspektive:
In der Regel empfiehlt sich die Dritte Person, also ein Erzähler, der "hinter" dem handelnden Charakter steht, oder auf dessen Schulter. Es sollten nur die Gedanken dieses einen Charakters geschildert werden, ebenso nur dessen Gefühle als definitiv feststehend. Von anderen Charakteren sollten in solchen Fällen die Gefühle "erraten" werden.
Beispiele:
Brent fühlte sich unwohl. Dieser Ort gefällt mir ganz und gar nicht, dachte er.
Ein Blick zu Slicer verriet ihm, dass er wohl dasselbe dachte.
Tina dagegen schien es wundervoll zu gehen. Sie hüpfte durch die Gegend und trällerte ein Lied.

Es ist manchmal nötig von mehreren Schauplätzen zu berichten. Dann wechselt natürlich auch der handelnde Charakter. Im Grunde sollte man sich eine Hierarchie der handelnden Charaktere im Kopf aufbauen, gestaffelt nach Wichtigkeit. Wenn Charakter 1 im Raum ist, haben die Charaktere 2 und 3 Funkstille, außer es ist wichtig, die Situation aus gerade ihrer Perspektive zu schilden.
Man sollte sich aber auch in längeren RPG's auf maximal 5 handelnde Charaktere beschränken, aus deren Sicht man den Lauf der Dinge schildert, um den Leser nicht völlig durcheinander zu bringen.

Technik-Gelaber:
In der Regel unnötig wie ein Kropf, außer für Star Trek-Fans der hartgesottensten Sorte. Schwache Leser und wenig Technik-Begeisterte lesen sich sowas nicht längere Zeit durch. Ab und an sind solche Dinge wichtig, um Zusammenhänge zu verdeutlichen, aber über ein "dies hier funktioniert nun, weil ich das will und keine bessere Ausrede habe, warum das funktionieren sollte" sollte es im Regelfall nicht hinausgehen. Das nimmt der Geschichte Tempo, verursacht unnötig viel Text und ist auch nicht stimmig. Denn die Leute, die in diesem Universum leben, gehen täglich mit der Materie um. Genauso wie keiner heute den Dieselmotor erklärt, wenn es darum geht, von A nach B zu kommen, sind die Leute im Revorix-Universum daran interessiert, den Sprungantrieb zu erklären. Er ist da, er läuft, und er bringt die Schiffe von Sektor zu Sektor. Mehr muss man darüber im Regelfall nicht wissen. Vergleicht es mit Star Trek, Stargate SG-1 und Star Wars:
Star Wars:
"Die Ventilationsöffnung führt direkt zum Hauptreaktor. Ein direkter Treffer mit einem Protonentorpedo würde eine Kettenreaktion auslösen, die den Todesstern zerstören würde."
Stargate SG-1:
"Sir, wir könnten einen Protonentorpedo verwenden und ihn in die Ventilationsöffnung schießen, die zum Hauptreaktor führt. Ein direkter Treffer würde den Reaktor in eine kritische Phase bringen und ihn möglicherweise..."
-"Ah, ah, ah, Carter! Wird er hochgehen?"
"Ich denke schon."
-"Worauf warten wir dann?"
Star Trek:
"Nukleare Kettenreaktion."
-"Was?"
"Sir, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde in mehrern Teilen der Welt eine Waffe entwickelt, die auf der Basis von Kernspaltungsprozessen funktioniert. Im Grunde wird der Kern eines Atoms geteilt, wodurch die beiden Hälften sich mit hoher Geschwindigkeit voneinander weg bewegn und dabei weitere instabile Kerne durch ihre kinetische Energie zum Zerfall bringen. Innerhalb kürzester Zeit ist eine kritische Masse erreicht, die eine destruktive Energie mit sich bringt."
-"Aber sind heutige Reaktoren denn nicht gegen solch rapide Zunahme der Zerfallsprozesse gesichert?"
"Mehrfach sogar, Captain. Aber wenn wir einen Protonentorpedo in die Ventilationsöffnung schießen, die direkt zum Hauptreaktor führt, würden wir unter Umständen eine kritische Masse in der Hauptkammer des Reaktors erzeugen."
-"Sie meinen, dadurch würde die ablaufende nukleare Reaktion instabil und sich unter Umständen in einen unkontrollierbaren Zerfallsprozess weiterentwickeln, der den Todesstern zerstören würde?"
"Genau das meine ich, Captain."
-"Fragt sich noch, ob das alles ethisch wirklich einwandfrei ist, schließlich leben hunderttausende Menschen auf dieser Kampfstation."
"Sir, wenn wir es nicht machen, werden wir damit vielleicht Millionen Menschenleben in Gefahr bringen."
-"Gut, Geordi, machen Sie's so."


Kontinuität:
Innerhalb eines RPG's, aber auch über dessen Grenzen hinaus sollte Kontinuität herrschen. Natürlich gibt es Sprünge zwischen den Geschichten, aber Charaktere sollten nicht plötzlich gegensätzliche Eigenschaften haben, außer als Gag. Zudem sind Haarfarben, Augenfarben sowie Hautfarben wichtig. Sie sollten sich nicht zu sehr verändern, außer es gehört zu der Spezies oder zu dem Bild des Charakters dazu.

Tipps zur Lesbarkeit:
"Sdölfnsklfnld" ist ein wirklich interessanter Name, und "ÖLBJökbdkjb" ein toller Ort in "ÖLKFÖsd". Aber auf Dauer kann das keiner aussprechen und es nervt mit der Zeit. Sowas klingt sehr außerirdisch, aber ihr müsst bedenken, dass der Mensch auf jeden Fall für jeden außerirdischen Namen, jeden außerirdischen Ort und jeden außerirdischen Planeten, den er nicht leicht aussprechen kann, ein leichter verständliches Äquivalent in seiner Sprache einführen würde.
Beispiel
"K'tlk'W'Rsss" ist ein Insektenwesen von "T'k'P'h", aber die Menschen nennen den alten Grashüpfer nur Kettelk Wrass, und den Planeten Tekehpah, oder Grinder, nach dessen Entdecker Thomas C. Grinder.


Länge:
In der Kürze liegt die Würze, das stimmt öfter, als man denkt. Klar sind schön ausgeschmückte RPGs was Feines, aber viele schreckt das ab. Ich bin selbst jemand, der gerne mal langatmig erklärt, unnötig viel Dialog einführt und ausgiebig die Landschaft beschreibt. Wenn das nicht zwingend erforderlich für die Stimmung oder die Handlung ist: Weg damit, lieber den roten Faden deutlich verfolgen, als unnötige Nebenhandlungen- und Beschreibungen anzugehen.
Es tut weh, sowas aus seinem RPG zu kürzen, ich weiß das. Aber am Ende wird euch der Leser danken. Wenn ihr wollt, behaltet die ungeschnittene Fassung für euch und packt sie aus, wenn Wadim ein Buch zu Revorix herausgeben lassen will, für das er eure Kurzgeschichten braucht.
Am Computer sind viele schnell gestresst und wollen schnell die Quintessenz, dadurch gehen viele gut geschriebene RPG's ungelesen an den Usern vorbei.

So, das war erst einmal mein kleiner Guide, wenn ihr noch Anregungen, Fragen oder Kritik habt, meldet euch doch bitte. :)
Zuletzt geändert von The L4W am 02.07.2009, 00:36, insgesamt 4-mal geändert.
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Beitragvon mirnix » 01.07.2009, 07:37

Sehr schön! :)

Du hast allerdings noch etwas vergessen: Die Verwendung der Großschreibung. Lange Zeit verpöhnt, wurde sie vor einigen Jahren wiederbelebt. In den Erzählungen geht es meist um die Bewohner einer Scheibenwelt. Ja, eine Scheibe. Bewohner, die die Theorie vertraten, ihre Welt sei kugelförmig, starben bei dem Versuch dies praktisch zu beweisen. Sie fielen über den Rand.

Das Wesen, für dessen, ehm, Äußerungen, die Großschreibung verwendet wird, existiert aber nicht nur auf der Scheibenwelt. Es existiert quasi überall. Und gleichzeitig. Nur wenige sehen es kommen. Und wenn doch, dann ist dies meist endgültig.

Eine gewisse Berühmtheit erlangte dieses Wesen, als es an einer englischen Raststätte an einem Computer gesehen wurde. Es befand sich gerade auf dem Weg zum jüngsten Gericht. In einem Quiz antwortete es auf die Frage: "Wann starb Elvis Presley?" nach kurzem Überlegen sinngemäß mit: IST MIR NOCH NICHT BEGEGNET.
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Beitragvon Limbus » 01.07.2009, 14:55

Dürfen in den RPG auch Zwerge mit einem unheimlichen Durst auf Bier und scharfen Äxten vorkommen?

*g*

Danke für die Anleitung. Ich finde sie klasse.
Ironie wird gesondert ausgewiesen.

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Beitragvon roemer » 01.07.2009, 15:06

als schönes addon für RPGs finde ich wenn sie bezug nehmen auf andere RPGs (besonders schön wenn sie deren Charaktere hijacken ;) )

außerdem sollte man den roten Faden in der Geschichte nicht zusehr verlieren, man kann zwar ab und zu abschweifen aber sollte dann schlüssig wieder zur Geschichte zurückkehren.

und der witz in der geschichte sollte auch nicht fehlen, wir lachen doch alle mal gerne
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Beitragvon Lord-FaKe » 01.07.2009, 15:45

und ich finde die individualität der einzelnen schreibstile sollten nicht verloren gehen, denn das macht die literarische vielfalt erst aus ;)
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Beitragvon The L4W » 01.07.2009, 17:26

Danke, mirnix.

Hab Groß- Kleinschreibung zu der Rechtschreibung hinzugefügt.

Den "roten Faden" meinte ich im Punkt "Länge". Aber ich werde das nochmal überarbeiten und deutlicher herausstellen.
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Beitragvon Newbie » 01.07.2009, 19:30

Schreib doch bitte noch ein MusterRPG an dem wir uns alle orientieren
können. :roll:

Kein Mensch liest sich sowas längere Zeit durch.


Sry, aber in den eigenen Guide den eigenen Lesegeschmack reinzubringen
ist, meiner Meinung nach, unangemessen.

Ansonsten der Tipp, dass man doch Satzstellung und Grammatik beachten
soll, den find ich gut.. hatte ich aber schon in der Schule :roll:
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Beitragvon The L4W » 02.07.2009, 00:24

Guter Punkt. Ich werd es umarbeiten. Denn das hat nichts mit Lesegeschmack zu tun, das ist einfach ein Tempohemmer, der zudem noch unnötig viel Text verursacht, der schwache (und auch andere) Leser abschreckt.
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Beitragvon Thetmes » 03.07.2009, 21:06

Nehmen wir doch einfach diesen Thread, hijacken ihn *hust* und diskutieren hier weiter ^^

Hier ein RPG von mir, zerreisst es, erfreut euch und/oder seziert es :-)

Die UR´ler werden es wohl kennen, habe es für unsere Aliendatenbank geschrieben.

Dies ist der Eintrag zu den Incuba.



Infektion…

Jack hatte einen wichtigen Job. Wenn dieser auch nicht so schillernd war wie der Job eines Schiffskommandanten, so konnte man mit Fug und Recht behaupten, dass ohne Jack und seine Kollegen der Venad innerhalb von kürzester Zeit nicht mehr funktionsfähig sein würde.

Jack gehörte der Sektion Recycling an, und ihm oblag die technische Überwachung der gigantischen Abfallverwertungsanlage, die einen Teil des venadeigenen Biopodsystems darstellte. Undankbare Menschen bezeichneten sie auch als die venadeigene Putzkolonne.

Zur Zeit saßen Jack und sein Kollege Morty in einer ruhigen Ecke eines Lagerraums und versuchten der Aufmerksamkeit der technischen Wartungsoffiziere - also ihrer Vorgesetzten - zu entgehen. Während Jack sich in Seelenruhe eine Zigarette drehte, befand sich Morty in einem emotionalen Erregungszustand, den nur sein Lieblingsthema Starball bei ihm auslösen konnte.

"Ach wie immer redest du Unsinn Jack Lexington. Nie und nimmer wird die neue Auswahl der CORE Allianz im Starball gegen die ausgebufften Profis der UFoI eine Chance haben. Jack, die haben Skythia Torqueda, die ist als FastForward einfach unschlagbar. Die Kleine hat soviel Energie, die hat die letztjährige Saison fast im Alleingang entschieden. Die Mannschaft von CORE ist gut, aber ihnen fehlt noch die Erfahrung", fachsimpelte Morty, während er zu Unterstützung seiner Gesten den Wischmob schwang.

Jack wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen, als sein Kommunikator sich aktivierte und die schlechtgelaunte Stimme ihres Chefs erklang.

"Lexington, sehen sie zu, dass sie ihren faulen Hintern sofort zu den Biogastanks bewegen, der dort zuständige Techniker klagt schon wieder darüber, dass die Filter verstopft sind. Dass ist jetzt das vierte Mal diesen Monat, ich beginne langsam zu glauben, dass sie und ihr unfähiger Kollege nur in der Gegend rumsitzen, anstatt ihr Arbeit zu machen", pöbelte der Chef der Sektion Recycling über den Kom-Kanal.

Jack seufzte, reichte seine gerade fertige Zigarette an Morty weiter und erhob sich. Er setzte sich auf seinen Hovergleiter und gab das Ziel ein.

"Lass sie dir schmecken Morty, ich schau mal nach, was diesmal mit den Filtern los ist. Vermutlich ist der Techniker nur wieder zu dumm gewesen die richtige Durchflussrate einzustellen", rief er seinem Kollegen noch zu, der grinsend und bereits rauchend auf einem der Container saß und einen recht zufriedenen Eindruck machte.

Als Jack bei den Tanks ankam, war es zu allererst der merkwürdige Geruch der ihn irritierte. Ich meine, nicht dass es bei den Biogastanks gewöhnlich nach karwellischem Iotablüten duftete, aber Jack machte den Job lange genug, als dass er wusste, wonach es riechen durfte, und wonach nicht. Dieser süßliche Geruch gehörte eindeutig nicht dazu.

Jack programmierte eine Routinekontrolle der Anlage am Kontrollpanel und entschloss sich dann die Filter mal genauer anzusehen. Nach dem vierten Ausfall diesen Monat hielt sich sein Vertrauen in den computergeführten Fehlerscan in Grenzen.

Er entfernte mühsam die Abdeckplatten und kroch - bewaffnet mit einem Werkzeuggürtel und einer Kopflampe - in die enge Wartungsröhre des Filterkomplexes. Die Filteranlage war riesig, sämtliche organischen Abfallstoffe des Venad wurden hier eingespeist und später als Düngerstoffe der Nahrungsgewinnung des Biopods zugeführt. Ein perfekter Verwertungskreislauf war die Grundlage eines autarken Venads. Alles wurde wieder verwendet, nichts wurde verschwendet.
Die Hitze innerhalb der Filteranlage trieb Jack den Schweiß ins Gesicht, der Wartungskanal war derart eng, dass er Beklemmungen bekam. Nachdem die Abläufe im ersten und zweiten Bereich des Filters zu seiner Zufriedenheit waren, wandte er sich dem dritten Filterbereich zu. Nachdem das Überwachungssystem den betreffenden Tank vollständig entleert hatte zeigte ihm die Statusanzeige, dass er den Tank nun gefahrlos betreten konnte. Er klingte sich in das Schienensystem ein, öffnete den Zugangsschott und glitt an der Schiene hängend mitten rein in den Tank. Die Größe des Tanks war einschüchternd. Miserablerweise schien die interne Wartungsbeleleuchtung des Tanks ausgefallen zu sein, so dass nur seine kleine Wartungslampe ein diffuses Licht verbreitete. Trotz des schwachen Lichts fiel Jack sofort die merkwürdige Patina auf, die den gesamten Tank von innen bedeckte. Sie wirkte organisch und Jack konnte sich das Gefühls nicht erwehren, dass sie sich irgendwie bewegte. Ein Schauer durchlief ihn. Er zog einen portablen Scanner aus einer seiner Taschen und begann die merkwürdige organische Schicht zu analysieren. Der merkwürdige Geruch war hier so stark, dass Jack sich wünschte doch den Atemfilter angelegt zu haben.
Der Scanner hatte seine Arbeit abgeschlossen und als Jack die Ergebnisse auf dem kleinen Bildschirm sah, kroch kalte Angst durch seine Knochen. Die Patina war zu 100% organisch, schlimmer noch, sie bestand aus xenomorphen Zellen, die eine unglaubliche Teilungsrate aufwiesen und deren genetischer Code sie der Spezies der Incuba zuordnete.

Jack ließ den Scanner fallen, der mit einem dumpfen Sauggeräusch auf dem Boden des Tanks aufschlug und von der Patina geschluckt wurde. Augenblicklich schlug Jack auf den Notfallknopf an der Führungsschiene. Mit brutaler Gewalt beschleunigte sein Körper und sauste auf den Eingangsschott zu. Die fremdartige Substanz hatte sich durch das offene Wartungsschott bereits in den Wartungsgang ausgebreitet. Jack robbte mit der Kraft der Verzweiflung und beseelt von purer Angst durch den engen Gang in Richtung des offenen Wartungspanels. Er sprang raus, schlug auf dem Boden auf, rollte sich mehr schlecht als recht ab und stolperte zum Interkom. Er drückte einige Knöpfe und überbrückte mit Hilfe seines Kommandocodes die Kontrollroutinen. Gleichzeitig aktivierte er eine Prioritätsverbindung zur Venadzentrale.
"VenadHQ, ihr spricht Jack Lexington, Recyclingtechniker, ich melde eine xenomorphe Infiltration des Venads. In Filtertank 3 wurden mehrere Millionen Incubazellen nachgewiesen. Ihre Teilungsgeschwindigkeit ist bereits so hoch, dass eine ordinäre Säuberung ausgeschlossen ist. HQ, ich fordere mit aller Dringlichkeit eine augenblickliche und komplette Abstoßung des infizierten Filtersystems, bevor die Xenomorphen weitere Systeme infizieren. Diese Anfrage hat Prioriät Rot-1", Jacks Stimme überschlug sich fast vor Hektik.

Innerhalb von Sekunden leitete die KI des Venads eine Abschottung der betroffenen Sektion ein. Gigantische Bolzen wurden gelöst und gewaltige Notschotts wurden geschlossen. Von Außen konnte man erkennen, wie der riesige Teil der Recyclinganlage vom Venad getrennt und abgestoßen wurde und begann durch den Raum zu treiben. Die xenomorphe Substanz hatte nun den kompletten Teil überzogen und das viele Tausend Tonnen schwere Venadteil begann durch die andersartigen Zellen seine Form zu verändern. Die fremdartige Substanz bildete Tentakel und versuchte verzweifelt seine Zellen zu koordinieren.

Nur Sekunden nach der Abstoßung wurden gewaltige Systeme aktiviert, die mit Hilfe von Traktorstrahlen die sich windende Masse aus Incubazellen in Richtung des Venadportals manövrierten. Mehrere schwerbewaffnete Raumjäger begleiteten den stetig wachsenden Zellhaufen und feuerten immer wieder ihre Plasmageschütze auf die Zellkolonie ab. Plötzlich schoss ein riesiger Tentakel aus dem Zellhaufen und umschlang einen der Raumjäger. Er wurde unerbittlich ins Innere der sich entwickelnden Brutzelle gezogen. Die schmerzverzerrten Schreie des Piloten klangen über das Interkomm wider.

Im vielleicht letzten möglichen Augenblick wurde das Venadportal aktiviert und die gewaltige Schwerkraft des Subraumtunnels zog die Brutzelle an. Es dauerte endlose Sekunden bis der Subraumtunnel das sich windende Etwas verschlungen hatte und irgendwo im Normalraum ausspuckte.

Es dauerte noch Tage bis die Quarantänekommandos des Venads auch die letzte Zelle der Aliens im Inneren der Venadblase aufgespürt und vernichtet hatten.

Tage in denen auch dem letzten die Wichtigkeit eines Recyclingtechnikers wie Jack Lexington bewusst wurde…


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Mir ging es darum, einerseits eine Alienrasse und ihre Gefahr darzustellen, des weiteren einen an sich unbedeutenden Protagonisten zu nehmen (um zu zeigen das komplexe Systeme aus kleinen 'Zahnrädern' bestehen ^^) und - da ich gerade Lovecraft gelesen hatte *seufz* das ganze in einem Umfeld zu machen, in welchem Beklemmung und zunehmende Angst zentrale Elemente sind.

Bitte bemesst/bewertet das RPG also auch in diesem Kontext...
Zuletzt geändert von Thetmes am 04.07.2009, 11:50, insgesamt 2-mal geändert.
"Das Unendliche ist ein dunkles unermessliches Meer ohne Grenzen."

Dimitri Ironstine, Skymarshal und Flottenkommandant der Gefechtsflotte FourtyTwo-Genyosha-BlackOcean

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Beitragvon The L4W » 03.07.2009, 23:23

Bitte trennen, das gehört nicht zum Guide. Das zerreißen mach ich später, wenn ich die Muße finde, das zu lesen. :S

Krul, was ist aus der Idee des RPG-Teils des Forums geworden? Wäre langsam aber sicher sinnvoll. ^^

EDIT: Ab hier das Zerreißen:

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Thetmes hat geschrieben:Jack seufzte und reichte seine gerade fertige Zigarette an Morty weiter und erhob sich.

Doppeltes "und". Stolpert man drüber beim Lesen. "gerade fertige". Hört sich unsauber an.
Besser:
Jack seufzte, reichte seine gerade fertig gedrehte Zigarette an Morty weiter und erhob sich.


Thetmes hat geschrieben:Er setzte sich auf seinen Hovergleiter und gab das Ziel ein.
"Lass sie dir schmecken Morty, ich schau mal was diesmal mit den Filtern los ist. Vermutlich ist der Techniker nur wieder zu dumm die richtige Durchflussrate einzustellen", rief er seinem Kollegen noch zu, der grinsend und bereits rauchenderweise auf einem der Container saß und recht zufrieden aussah.

Wirkt wieder unsauber. Zusammenhänge werden auseinandergerissen. Die Scheinhandlung ist ja da. Aber an der falschen Stelle mit der wörtlichen Rede verknüpft.
Besser:
"Lass sie dir schmecken Morty, ich schau mal was diesmal mit den Filtern los ist." Er setzte sich auf seinen Hovergleiter und gab das Ziel ein.
"Vermutlich ist der Techniker nur wieder zu dumm die richtige Durchflussrate einzustellen", rief er seinem Kollegen noch zu, der grinsend und bereits rauchenderweise auf einem der Container saß und recht zufrieden aussah.


Thetmes hat geschrieben:Mehrere schwerbewaffnete Jäger begleiteten den Zellhaufen und feuerten immer wieder ihre Plasmageschütze auf die Zellkolonie ab. Plötzlich schoss ein riesiger Tentakel aus dem Zellhaufen und umschlang einen der Jäger. Er wurde unerbittlich ins Innere der sich entwickelnden Brutzelle gezogen. Die Schreie des Piloten klangen über das Interkomm wider.

Hier hätte ich mir gewünscht, dass schon im ersten Satz klar wird, dass mit "Jäger" nicht Menschen mit Gewehren gemeint sind, sondern fliegende Viecher. "Raumjäger" wäre vielleicht ein passender Ausdruck gewesen. "Kammerjäger" dagegen nicht, auch wenn eine Kammer auch irgendwie ein Raum ist. :?

Dann sind da noch einige Rechtschreib- und Grammatik-Fehler, aber die fallen nicht sonderlich ins Gewicht. Was mir persönlich nicht so gefällt, ist, dass du in den beschreibenden Texten oft deutschen Slang verwendest. "raus" statt richtig "heraus", "fertige" statt besser "fertig gedrehte"... das kann man noch verbessern. In wörtlicher Rede dagegen kannst du Slang benutzen, soviel du willst, da ist das egal, trägt meist sogar zur Stimmung bei. Ein Grund, warum ich meine Charaktere oft mal wirklich brachial fluchen lasse. Einfach um auch klar zu machen, dass die Leute in dieser Welt LEBEN und nicht für jeden Satz den Thesaurus wälzen, um sich möglichst gewählt auszudrücken.

Ansonsten muss ich sagen: Gelungenes RPG. Ich sehe keine wirklichen logischen Fehler, die Figuren sind stimmig, die Atmosphäre kann mich begeistern...
Dass die Incuba Tentakel entwickeln, wäre mir neu, aber nur, weil etwas nicht in einer RPG-Beschreibung zu einer Alienrasse steht, heißt das nicht, dass das nicht möglich ist. Nö, gefällt mir, sehr sogar. Mehr davon. :)
Zuletzt geändert von The L4W am 04.07.2009, 01:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Thetmes » 04.07.2009, 12:19

Schöne Kritik, danke dafür...

Habe einige deiner Anregungen eingearbeitet und zudem dem Spannungsbogen zuliebe einige 'und's duch Kommata ersetzt. Ja, ein paar neue Adjektive wurden auch spendiert *schmunzel*

Das mit dem Slang hat durchaus einen durchdachten Grund. Auch wenn die Perspektive ein übergeordneter Erzähler ist, so wollte ich möglichst weitgehend die Perspektive und den Stils Jack´s dabei einbringen, um eine Identifikation des Lesers zu verstärken. Eine zu korrekte und distanzierte Sprache beim Erzähler erschien mir da hinderlich...



Und wo wir gerade bei sind, hier mal das Ding zu den Blutpiraten:


Mit dem Teufel tanzen...

Rear Marshall Fayz Hamillton wusste wie wichtig das heutige Treffen war. Hamillton war ein loyaler, altgedienter Offizier, aber das hatte ihn nicht daran gehindert, dem Venadkommander in aller Deutlichkeit zu sagen, was er von dem Handel hielt, den er hier abschließen sollte. Der Kommander hatte sich seine Argumente in stoischer Ruhe angehört und ihm dann befohlen gegenüber jedem über dieses Treffen zu schweigen, wenn er nicht vor hätte vor einem militärischen Gericht zu enden.
Hamillton hasste es, wenn der Kommander Recht hatte. Dieser Handel war zwar zutiefst unmoralisch, aber er war schlicht notwendig.

Hamilltons Schiff befand sich bereits in Position für das Rendevouz. Die schwere Strahlung des nahen Mondes ließ es äußerst unwahrscheinlich werden, dass man sie hier zufällig entdeckte.

"Marshall, hier spricht die Sensorkontrolle, es nähert sich ein Flottenverband, der die vorgegebenen Kennungen sendet. Wir orten zwei feindliche Zerstörer, sowie zwei Frachtschiffe unbekannter Bauart. Sind sie sicher, dass wir nicht zumindest die Schilde aktivieren sollten?!" ertönte die Stimme von StaffOfficer Tuncay Aydin über die Komleitung.

"StaffOfficer halten sie ja die Finger still, meine Befehle waren jawohl eindeutig. Keine - ich wiederhole - KEINE aktivierten Waffen und auch keine Schilde. Lassen sie den Leitzerstörer des Zielverbandes längsseits zu uns gehen und erlauben sie ihm anzudocken", erwiderte der Marshall genervt. Seine Männer waren gute Soldaten, ihnen missfiel das hier ebenso wie ihm. Aber ebenso wie er folgten sie beispielhaft ihrem Befehl.

Einige Minuten später hatte ein Beiboot des anderen Flottenverbands an seinem Schiff angedockt und ein Sicherheitsteam begleitete den ‚Besuch' zu seinem Raum.

Hamillton erhob sich aus seinem Sessel, überprüfte noch einmal den Sitz seine Uniform und atmete noch einmal durch.

Das akustische Türsignal beendete seine Vorbereitung und er betätigte den Öffnungsmechanismus.

Ein Mann betrat den Raum. Seine Bewegungen waren bedächtig und in ihnen lag eine Kraft, die einen vorsichtig werden ließ, wenn man kein völliger Idiot war. Der Gast war ein Mensch und die schweren kybernetischen Prothesen an ihm ließen es nicht zu, sein Alter einzuschätzen. Sein Gesicht war zur Hälfte durch eine metallene Platte bedeckt, das eine Auge durch ein modernes Optikimplantat ersetzt. Das einschüchternste war aber sicher die grobe und bedrohliche Kieferprothese.

"Sind sie Hamillton?" die Stimme des Gastes war tief und befehlsgewohnt. Hamillton nickte und antwortete: "Sie sind dann wohl Raze?!".

"Colonel James Raze, Tartarus Kompanie, SBD Termination Team XIV, ‚Sir'", schnarrte er, wobei das ‚Sir' dem ganzen einen recht lakonischen Unterton gab.

"Raze, dass sie verkommenes Subjekt ihren Namen in einem Satz mit den SBD Streitkräften nennen, lässt meinen Puls gleich auf 180 steigen. Wenn der Kommander mich nicht persönlich hierher befohlen hätte, dann hätten wir uns höchstens im Gefecht kennengelernt. Und ich versichere ihnen, dass es mir eine Freude gewesen wäre, ihre antiquierten Schiffe in Sternenstaub zu verwandeln. Nun ja, … aber da ICH meinen Befehlen Folge leiste bin ich hier und spreche mit ihnen," die Stimme des Marshalls war kalt und gereizt und er gab sich keine Mühe seine Antipathie für seinen Gegenüber zu verbergen.

"Recht haben sie Hamillton, lassen wir das elende Geplänkel und kommen zum Geschäftlichen", Raze klang fast amüsiert angesichts der Gereiztheit des Marshalls. "Was wollen sie und was können sie mir dafür anbieten?"

Hamillton schob ein kleines Datensichtgerät über den Tisch. "Auf dem Speicher sind die Flugrouten und die Sensorkennungen ihrer Ziele. Die Schiffe dieser Venads durchfliegen seit einiger Zeit den Livenfall Quadranten um durch einen Wurmloch fliegend große Mengen wertvoller Ressourcen in Lyra Major abzubauen. ‚Wir' sind darüber wenig erfreut, da die betreffenden Schiffe es uns erschweren die zum Überleben notwendigen Ressourcen zu erreichen. Um politische Verwickelungen zu vermeiden können wir leider keine militärischen Mittel einsetzen um unsere Interessen zu wahren…" Hamillton fixierte während dieser Worte seinen gegenüber sehr genau und versuchte vergeblich dessen durch Kybernetik starre Mimik zu deuten.

"Was können sie mir anbieten?" Raze Blick wich in keiner Sekunde dem Hamilltons aus.

"Ich bin authorisiert, ihnen 17 MV-Lanzenmodule zu übergeben. Die Kennung von Reversi Industries wurden entfernt und sie sind in praktisch jedes Schiff einzubauen. Ihre offensive Schlagkraft sollten sie einzuschätzen wissen."

"Pah, MV-Lanzen …" Raze spuckte auf den Boden, "Was zum Henker sollen wir damit? Die Durchschlagskraft ist sicher beeindruckend, aber dies System ist derart voluminös, dass wir gezwungen wären die Hälfte der Manövriertriebwerke zu entfernen. Sprich wir wären so träge, dass uns selbst ein verschissener Frachter ausmanövriert. Halten sie mich nicht für einen senilen Idioten Hamillton! Die Venads die sie angegriffen haben möchten sind äußerst gefährlich! Für so eine Beute reizt niemand von uns den Skorpion…", Raze lächelte diabolisch, was angesichts seiner schweren Kieferprothese einer Drohung nahe kam. Er schob seinerseits einen Datenchip über den Tisch.

Hamillton ließ den Chip in sein Lesegerät einrasten und verspürte - als er die Spezifikationen auf dem Bildschirm sah - fast augenblicklich den Wunsch das Gerät dem Piraten an den Kopf zu werfen. "Raze sie sind ja geisteskrank, sie erwarten doch wohl nicht wirklich, dass wir ihnen 20 unkontrollierte Sprunginverter übergeben? Haben sie auch nur einen Hauch von Ahnung was diese Systeme kosten?"

Raze erhob sich. "Sie kennen nun den Preis für unsere Hilfe, Hamillton. Denken sie nicht, dass wir uns wie dumme Frontschweine abschlachten lassen… Melden sie sich wenn sie einverstanden sind, ‚Marshall'…", mit diesen Worten verließ Raze den Besprechungsraum.

"RAZE", der Marshall ließ seine Faust auf den Tisch krachen. Der Kommander würde ganz sicher wenig angetan sein.

Elendiges verräterisches Piratenpack!
"Das Unendliche ist ein dunkles unermessliches Meer ohne Grenzen."

Dimitri Ironstine, Skymarshal und Flottenkommandant der Gefechtsflotte FourtyTwo-Genyosha-BlackOcean

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